Q-10 (Ubiquinon)

Kurzporträt Q-10

Wie ist es deklariert

Ubiquinone, Ubiquinol
Welche Wirkung hat es

Energielieferant für die Zellen

Antioxidativ

Antientzündlich

Hemmt die Kollagenase

Wieviel sollte enthalten sein

Mindestens 0,3%

Q-10, die Kurzbezeichnung für Ubiquinon-10, hat eine ordentliche Karriere als Kosmetikwirkstoff hinter sich. Seit Beiersdorf die Substanz in den 90iger Jahren zum ersten Mal in einer Kosmetikcreme einsetzte hat sich ihr Bekanntheitsgrad enorm gesteigert. Heute wird Q-10 weltweit in unzähligen Kosmetikprodukten eingesetzt. Q-10 ist eine körpereigene Substanz. Als Co-Enzym unterstützt es die Enzyme dabei, Energie aus der Nahrung in ATP umzuwandeln, welches vom Körper als Energielieferant genutzt werden kann. Die Rolle, die dem Q-10 dabei zukommt ist sehr zentral. Als Co-Enzym der oxidativen Phosphorylierung ist es an dem Prozess beteiligt, der 95% der Energie in all unseren Körperzellen liefert. Dementsprechend kommt es auch überall im Körper vor, was ihm zu seinem Namen verholfen hat (aus dem Lateinischen: ubique = überall). Darüber hinaus besitzt der Wirkstoff ein antioxidatives und antiinflammatorisches Potential. Einige Studien haben an Zellkulturen auch die hemmende Wirkung auf Kollagenasen gefunden. Diese bauen das für die Hautelastizität so wichtige Kollagen ab.

Q-10 und Hautalterung

Im Alter nimmt die Konzentration von Q-10 in der Haut ab. Daher scheint es sehr sinnvoll, den Wirkstoff gegen die Hautalterung einzusetzen, da neue Energie für die Zellen, Hemmung der Kollagenase und antioxidative Wirkung der Alterung der Haut vorbeugen. Umstritten ist allerdings, ob und wie gut das Q-10, das wir der Haut mit Cremes zuführen, von den Hautzellen auch verwendet werden kann.  Denn Q-10 ist ein in Wasser  sehr schwer lösliches und zudem großes Molekül. Diese Eigenschaften führen dazu, dass Q-10 schlecht in die Haut und erst recht bis in die lebenden Hautschichten eindringen kann. Nur dann kann es aber seine positiven Wirkungen entfalten. Die kosmetischen Chemiker haben allerdings auch einige Möglichkeiten, die Bioverfügbarkeit eines Wirkstoffes zu verbessern. Beispielsweise können Wirkstoffe besser in die Haut eindringen, wenn sie in Liposomen verkapselt sind. Ohne diesen Trick, bleibt es fraglich ob und wieviel des Q-10, das in einer Creme vorhanden ist, überhaupt in die lebende Schicht der Haut vordringen kann.

Nachgewiesene Wirkung?

Viele der Studien die zur Wirkung von Q-10 veröffentlicht sind, sind in-vitro-Studien, also solche, die an Zellkulturen von menschlichen Hautzellen durchgeführt wurden. In den Zellkulturen können Wirkstoffe ohne Barriere, wie sie die Haut hat, eindringen. Eine in Zellkulturen gefundene Wirkung lässt sich daher nicht immer auf die tatsächliche Wirkung auf der Haut übertragen. Allerdings existieren auch einige Studien zur Antifaltenwirkung an Probanden.  Einige Beispiele für Untersuchungen der Wirkung von Q-10 habe ich hier aufgelistet:

Reduktion der Faltentiefe im Augenbereich, Studie an 20 Probanden (Beiersdorf) mit 0,3% Q-10 im Vergleich zu einer Placebo-Creme (U. Hoppe et al., BioFactors 9, S. 371–378 ((1999)).

Antiinflammatorischer Effekt nachgewiesen in-vitro an dermalen Fibroblasten (eine Zellart der Dermis), (B. Fuller et al., J. Cosmet. Dermatol. 5, S. 30-38 (2005)).

Fazit: Eine Bewertung ob Q-10 ein sinnvoller Wirkstoff ist, fällt schwer. Obwohl Q-10 viel Wirkpotential besitzt, bin ich nicht 100%ig überzeugt, dass er auch wirken kann. Seine physikalischen Eigenschaften verhindern zumindest, dass er seine biologischen Wirkungen in der Haut voll entfalten kann. Eine Kombination mit Liposomen ist für Q-10 auf jeden Fall sínnvoll und erhöht das Wirkpotential. Oft lobt der Hersteller das Vorhandensein der Liposomen explizit auf dem Produkt aus. Wenn keine Auslobung auf der Packung zu finden ist, gibt die INCI einen Hinweis auf das Vorhandensein von Liposomen. Meist ist „Lecithin“ Bestandteil der Liposomen und somit der INCI.

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