Wirkung von natürlichen Ölen

Öl und Wasser bilden die Grundlage für jede Creme oder Lotion. Sie versorgen die Haut mit Fett und Feuchtigkeit. Dabei macht die richtige Ölauswahl einen entscheidenden Unterschied zwischen Produkten. Denn eine Hautpflege, bei der die Ölgrundlage nicht sorgfältig ausgewählt ist, verschenkt viel Potential. Vor allem viele Pflanzenöle liefern nicht nur Fett, sondern entfalten in der Haut eine echte Wirkung. Die richtige Auswahl je nach gewünschter Wirkung der Creme ist entscheidend.

Meiner Erfahrung nach, nutzen dieses Potential die wenigsten Cremes, sei es, weil die richtigen Öle teuer sind, schwer zu verarbeiten, schwer zu stabilisieren sind oder einfach nicht sorgfältig ausgewählt wurde. Mit ein bisschen Wissen um die Öle, kann ich aber leicht in den Inhaltsstoffangaben prüfen, ob das richtige Öl für meinen Hauttyp enthalten ist.

Bei den pflanzlichen Ölen handelt es sich in der Regel um sogenannte Triacylglycerine, die in der Haut von den hauteigenen Enzymen gespalten werden. So werden die Fettsäuren, welche Teil der Ölverbindungen sind, wieder freigesetzt.  Die freigesetzten Fettsäuren können also in der Haut ihre Wirkung entfalten, und die ist je nach Länge und Struktur der Fettsäure unterschiedlich.

Die wichtigsten in Pflanzen vorkommenden Fettsäuren enthalten zwischen 12 und 24 Kohlenstoffatome, die jeweils durch Einfach- oder Doppelbindungen miteinander verbunden sind. Kohlenstoff hat vier Bindungsstellen. Die Einfachbindung ist die Regel. In den Fettsäuren mit Einfachbindungen sind zwei Bindungen eines Kohlenstoffatoms mit weiteren zwei Kohlenstoffatomen verbunden. Die anderen zwei Bindungen sind durch Wasserstoffatome abgesättigt, daher nennt man Fettsäuren mit ausschließlich Einfachbindungen gesättigte Fettsäuren.

In den ungesättigten Fettsäuren gibt es dagegen eine oder mehrere Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen. Die Doppelbindungen sind reaktiver, das heißt sie haben die Tendenz mit anderen reaktiven Substanzen Verbindungen aufzubauen. Dadurch besitzen sie ein antioxidatives Potential, denn sie reagieren mit reaktiven Sauerstoffspezies und machen diese unschädlich. Die reaktiven Sauerstoffspezies entstehen in der Haut z.B. durch Entzündungsprozesse und UV-Strahlen und sind für Hautschäden verantwortlich. Ihre Neutralisierung durch Antioxidantien, wie z.B. durch die ungesättigten Fettsäuren, beugt also Hautschäden vor. Aber die antioxidative Wirkung ist nur ein Teil des Positiven, was die ungesättigten Fettsäuren in der Haut bewirken. Sie bilden auch Vorstufen von wichtigen Gewebshormonen, den sogenannten Eicosanoiden, die das Immunsystem der Haut regulieren (M. M. McCusker, Clinics in Dermatology 28, S. 440–451 (2010)) . Darauf beruht ihre entzündungshemmende Wirkung.  Eine bestimmte Fettsäure, die Linolensäure,  fehlt in der Haut, die zu Unreinheiten neigt. Dies führt zur Störungen der Verhornung der obersten Hautschicht (D. T. Downing et al. Journal of the American Academy of Dermatologye 14, S. 221–225 (1986)). Darum staut sich das Hautfett in den Talgdrüsen und bildet Komedonen (Mitesser). Eine Creme mit dieser Linolensäuire wirkt dem Stau entgegen und verbessert im besten Fall das Hautbild.

Die vielfältigen Wirkungen lassen sich nutzen, wenn man Pflege mit den passenden Ölen für den eigenen Hauttyp verwendet. Sie sollte Öle enthalten, die in der Haut die entsprechenden Fettsäuren freisetzen. Welche Wirkungen die Öle dann aufweisen, findet Sie in den Beiträgen zu den entsprechenden Ölen.

In der folgenden Tabelle habe ich die Wirkungen der wichtigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und Linolensäure zusammengestellt. Die Zahlenkombination in der Spalte „Struktur“ gibt die Anzahl der enthaltenen Kohlenstoffatome (Kettenlänge) an, gefolgt von der Anzahl der Doppelbindungen. Eine 0 an zweiter Stelle bezeichnet also eine gesättigte Fettsäure.

Name

Struktur

Wirkung

Linolsäure

18:2

Am häufigsten vorkommende Fettsäure in der Haut. Vorstufe der Ceramide. Normalisiert die Konzentration von Ceramid 1, welches bei Personen mit atopischer Dermatitis und Akne reduziert ist (A. Conti, International Journal of Cosmetic Science.18 S.1-12 (1996)).

Verbessert Hautbild bei unreiner Haut und Akne.

α-/γ-Linolensäure

18:3

γ-Linolensäure gleicht den Mangel an dieser mehrfach ungesättigten Fettsäure bei Neurodermitikern aus.

Entzündungshemmend.

 

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